Was ist los?

Was ist eigentlich mit den USA los?

Da wird eine Frau von einem ICE-Agenten erschossen. Was sich zunächst nach einem wie so oft bei ICE aus dem Ruder gelaufenen Einsatz anhört, wird nach Ansicht der Videos zu einem eiskalten Mord. Keine Notsituation, in der man den tödlichen Einsatz einer Waffe rechtfertigen könnte, kein Überfahren eines Agenten, sondern brutales Erschießen einer 37-jährigen Mutter ... einer unbewaffneten Frau. 

In Deutschland wäre es momentan noch so, dass in einem solchen Fall Polizisten einer anderen Behörde den Fall prüfen, um unabhängig festzustellen, ob es ein strafrechtlich relevantes Verhalten der Einsatzkräfte gab. Und da hätte man dann sicherlich ermittelt, ob eine Gefährdung durch die Frau vorlag (meiner Meinung nach nicht) oder ob der ICE-Typ eigentlich erst selbst vors Auto gegangen ist, um seine Schüsse zu rechtfertigen. Und man hätte auch nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel gefragt, ob - selbst wenn man sich von der Autofahrerin bedroht fühlt - nicht ein Schritt zur Seite besser gewesen wäre als drei gezielte Schüsse auf den Kopf einer unbewaffneten Frau. 

In den USA gilt das scheinbar nicht mehr. Da stellen sich der Präsident, die zuständige Ministerin und der Vizepräsident kurz nacheinander vor die Kamera, geben der Frau die Schuld, verdrehen das Geschehen auf widerlichste Weise, obwohl es zahlreiche Videos gibt. Und sie sprechen den Agenten von jeglichem Fehlverhalten frei. Dafür wäre eigentlich ein Staatsanwalt oder ein Gericht zuständig. Scheint alles mittlerweile egal zu sein.

Jede Kritik, dass der Einsatz kriminell war oder dass die ICE-Leute generell zu schlecht ausgebildet, zu willkürlich, zu brutal und gesetzlos agieren, perlt an den verantwortlichen Politikern ab.

 

Und ich frage mich mal wieder: Wo sind die Christen aus den USA? Wo sind die, die sich so vehement für das Leben einsetzen und dann plötzlich die Ermordung einer jungen Mutter stillschweigend hinnehmen oder die nachweislich bekloppte und falsche Sichtweise ihres geliebten und angeblich von Gott gesandten Donald übernehmen?

Die USA sind zu einem Polizeistaat geworden, in dem jeder Mensch, der keine MAGA-Mütze trägt, damit rechnen muss, grundlos verhaftet oder erschossen zu werden. Ein Staat, in dem mittlerweile jeder, der die schwachsinnigen Ansichten von Trump und seinen Helfern nicht teilt, als Linksradikaler und potenzieller Terrorist angesehen wird. Ein Land, das andere Länder bedroht oder überfällt, um Regierungen auszuwechseln und Öl zu klauen. Ein Land, das die Grönländer mit Geld oder Waffengewalt gefügig machen will. Und man fragt sich: "Was kommt als Nächstes?"

Die Zeit, in der man die USA als "God's own country" ansehen konnte, sind jedenfalls vorbei! 

 

Und ich bin übrigens weiter davon überzeugt, dass genau solche Sachen uns erwarten würden, wenn die AfD die Macht hätte, ihre politischen Vorhaben hier auszuleben. Und der eine oder andere, der Donald Trump und auch die AfD jetzt noch als Erlösung feiert, würde sich da böse erschrecken.

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