Der Friedensnobelpreis war mal eine Auszeichnung, die an Menschen verliehen wurde, die sich in außergewöhnlichem Maß für Frieden, Menschenrechte und Mitleid eingesetzt haben. Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich bereits meine Zweifel hatte, als Präsident Obama mit dem Preis ausgezeichnet wurde, als er gerade mal ein paar Wochen im Amt war. Klar, man konnte ihm damals zugutehalten, dass er cool reden konnte und einige Slogans mit "Frieden" und "Yes, we can" rausgehauen hatte. Und ich mag ihn nach wie vor und halte ihn für einen guten Präsidenten, der versucht hat, den Menschen zu dienen. Aber letztlich hat auch er Versprechen gebrochen und beispielsweise das Lager in Guantánamo nicht aufgelöst. Und da muss man sich dann als neutraler Beobachter fragen, ob ein Nobelpreis gerechtfertigt war.
Völlig überflüssig ist diese Frage bei Donald Trump. Denn der hat noch nie irgendwas Friedliches getan. Er hat Länder wie Panama, Kanada, Grönland, Venezuela, Kolumbien und den Iran bedroht oder sogar schon überfallen. Ihm ist das Völkerrecht scheißegal. Er bedroht sein eigenes Volk mit gekauften ICE-Agenten, lässt Menschen verschleppen oder gleich erschießen und ist gerade auf dem besten Weg, sogar das Militär in Städte zu hetzen, die ihm nicht in den Arsch kriechen.
Jemand wie er sollte so weit vom Friedensnobelpreis entfernt sein wie Uli Hoeneß von 1860 München. Dass er ihn sich jetzt trotzdem quasi selbst verliehen hat, während er unverhohlen mit der Einnahme eines anderen Landes und Bündnispartners droht, macht diesen Preis leider endgültig zur Lachnummer.
Die Amerikaner waren mal sowas wie die moralische Instanz der Welt, die sich - zumindest grundsätzlich - für eine gerechte und friedliche Welt eingesetzt haben. Das scheint leider vorbei zu sein. Ehemalige Verbündete zittern vor den nächsten Wutausbrüchen eines durchgeknallten Diktators. Wirtschaftlich bringt Trump mit seinen schwachsinnigen Zöllen und sonstigen dummen Ideen die Welt an den Abgrund. In anderen Ländern fördert er extremistische Parteien, wie zum Beispiel bei uns die AfD. Und zusammengefasst benimmt er sich eher wie ein Mafiaboss und nicht wie ein Präsident. Ich frage mich mittlerweile, ob es den Amerikanern egal ist, was da abläuft.
Aber eines ist mal klar: Sollte mir im nächsten Jahr der Friedensnobelpreis verliehen werden, dann lehne ich ihn ab ...
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