Pilgern auf dem "Mettwurst-Möller-Gedächtnisweg"

Ich bin ja in Lohfeld PW aufgewachsen und habe dort bis zum 14. Lebensjahr gewohnt. Deshalb hat es mich "wander-mäßig" in den letzten Wochen schon öfter in diese Richtung verschlagen. Heute bin ich mal einen etwas anderen Weg gegangen, den ich den "Mettwurst-Möller-Gedächtnisweg" nenne.

Mettwurst-Möller war ein Lokal in Lohfeld, das dem Schwager unserer Vermieter gehörte. Deshalb sind meine Eltern mit uns ungefähr einmal im Jahr dort zum Essen hingegangen. Und ich habe bei Mettwurst-Möller meine Liebe zum Jägerschnitzel entdeckt. Denn die waren da sehr lecker. Das Fleisch kam aus eigener Hausschlachtung, die Schnitzel wurden von "Oma Mettwurst-Möller" breit geklopft, paniert und gebraten. Und die ließ es sich nicht nehmen, dann immer auch mal an den Tisch zu kommen und mit meinen Eltern zu reden.

Übrigens habe ich von Oma Mettwurst-Möller damals sogar Geld zur Konfirmation bekommen, obwohl ich als Baptist ja gar nicht konfirmiert wurde.

Jedenfalls war Mettwurst-Möller über viele Jahre ein Ausflugslokal, das auch von Wanderern gerne besucht wurde. Mittlerweile ist die Gaststätte aber schon lange geschlossen.

Trotzdem wollte ich mal den südlichen Weg durch den Wald bis dorthin gehen, weil wir da als Kinder des Öfteren dort unser (Un)Wesen getrieben haben. Immerhin haben wir bei unseren heimlichen Kartoffelfeuern in der Tannenschonung aber nie einen Waldbrand verursacht, weil wir das Feuer in einem Erdloch gemacht haben und hinterher auch Erde über die Glut geschaufelt haben. (Man sollte sowas trotzdem nicht machen, liebe Kinder. Der Onkel Klaus war damals ein ziemlicher Rabauke und sehr leichtsinnig und unvernünftig und er ist erst hinterher zu diesem leuchtenden Vorbild geworden ...😁)




 Auf dem Hinweg habe ich noch eine kleine "illegale" Abkürzung genommen, die nicht bei komoot aufgezeichnet ist. Aber mein zweiter Vorname ist schließlich "Risiko" 😁 (Nein, ich bin nicht über die Autobahn, sondern drunter durch und etwas durchs Unterholz und dann nach links ...)

Und den Rückweg bin ich dann über Ahmserort gegangen. Dort hat mein Vater als Kind gelebt, nachdem die Familie aus Ostpreußen flüchten musste. Und weiter durch Fülme. Dort bin ich extra einen kleinen Umweg gegangen, weil ein Hohlweg neben dem Friedhof als besonders reizvoll angepriesen wurde. Aber ich sage mal so: Ich bin schon hohlere Wege gegangen ... 😁

Insgesamt waren es dann gut 15 km, die ich mittlerweile ohne Blasen an den Füßen und ohne Muskelkater schaffe. Und auch ohne Jägerschnitzel ...

In dem grauen Haus im Hintergrund hat Klaus F. aus R. gewohnt, als er noch Klaus F. aus L. war ... Südhang 99!

Der etwas hohle Hohlweg ...

 

  

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