Das Schicksal von Laura Dahlmeier bewegt die Menschen immer noch. Das bekommen jetzt die Kletterpartnerin und der an der versuchten Rettungsaktion beteilige Kletterer Huber zu spüren.
Und wieder mal passiert Folgendes: Menschen, die von Bergsteigen nicht die geringste Ahnung haben, maßen sich an, ihre negativen Kommentare zu posten. Der Kletterpartnerin wird vorgeworfen, sie hätte Laura Dahlmeier alleine gelassen - obwohl sie, nach allem, was man weiß - mehrere Stunden dort oben ausgeharrt und gewartet hat, nachdem sie den Notruf abgesetzt hatte und von Laura kein Lebenszeichen gekommen war. Dem Rettungsteam wird vorgeworfen, zu zögerlich gewesen zu sein und so weiter und so weiter.
Vermutlich gibt es in Deutschland allenfalls einige hundert Menschen, die annähernd beurteilen können, was es bedeutet, auf einem sehr schwierigen Berg in fast 6.000 Metern Höhe rumzukraxeln. Und wahrscheinlich haben selbst die meisten von denen noch nicht so eine Ausnahmesituation erlebt, in der eine befreundete Bergsteigerin von einem Steinschlag erfasst und getötet wurde.
Alle anderen fast 83 Millionen Menschen in Deutschland können das überhaupt nicht beurteilen. Sie kennen weder die körperliche Anstrengung, noch die psychische Belastung. Sie haben keine Ahnung von den dort herrschenden Bedingungen, den Risiken wie Wetterumschwüngen, Lawinen oder Steinschlag. Sie wissen nicht, unter welchen Bedingungen man dort überleben kann und wann nicht. Und sie kennen nicht im Ansatz die Gründe, warum man dort bestimmte Dinge nicht einfach so tun kann, als würde man hier einen Notarztwagen anrufen.
Oder anders gesagt: Wir alle, die wir normalerweise schön gemütlich auf dem Sofa sitzen und schon nach sechs Treppenstufen fast ans Beatmungsgerät müssen, sollten einfach mal zu diesen Themen die Fresse halten.
Kommentare