Eigentlich hatte ich mir diese Tour für den letzten Urlaubstag ausgedacht, also für morgen. Da es aber heute schon sehr warm werden sollte und morgen dann noch heißer, habe ich beschlossen, diese Wanderung um einen Tag vorzuziehen, um auf mein Alter, mein Gewicht und meinen Fitnesszustand Rücksicht zu nehmen. Denn immerhin hatte die Tour neben 21, 8 km auch etwa 400 Höhenmeter zu bieten.
Von den Höhenmetern kamen allerdings gleich ungefähr 100 am Anfang, da ich natürlich zu geizig war, 5 EUR auf dem offiziellen Parkplatz beim Kaiser-Wilhelm-Denkmal zu bezahlen, wenn man ein paar hundert Meter vorher einen kostenlosen Parkplatz hat. Dann muss man allerdings schon ganz ordentlich bergauf marschieren, kann sich aber immer wieder sagen: "Toll, Klaus! Du hast fünf Euro gespart. Ganz toll, Klaus! Und jetzt wuchtest du hier mühsam deinen welken Körper hoch, aber du hast fünf Euro gespart ... Toll!"
Das Denkmal selbst ... nun ja. Es gehört irgendwie zu meiner Heimat Porta Westfalica dazu, wo ich ja bis zu meinem 14. Lebensjahr "born and raised" bin. Ich persönlich finde einen Kult um Kaiser inklusive Denkmäler dann ziemlich fragwürdig und sage schon mal an dieser Stelle, dass man für mich bitte nicht so ein Denkmal errichten soll. Und falls doch, dann in Rinteln im Blumenwall und höchstens 50 Meter hoch ... 😁
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Kaiser Klaus vor einem seiner Vorgänger ... 😁 |
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Der Moltke-Turm |
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Die etwas zugewucherte Aussicht vom Moltketurm |
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Ausblick auf den Weserbogen von der Wittekindsburg |
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Noch mehr Ausblick |
Ich habe mich aber auch nicht lange beim Denkmal aufgehalten, sondern bin gleich weiter auf dem sog. "Wittekindsweg". Der führt dann auch - irgendwie logisch - zur Wittekindsburg, die aber eigentlich keine Burg, sondern nur ein normales Gebäude ist.
Kurz vorher kommt noch der Moltke-Turm. Ich habe mir die ungefähr 800 Treppenstufen (nein, es sind weniger ...) angetan, um von oben einen wunderbaren Aublick ins Wesertal zu haben, allerdings habe ich auch von da oben nur Baumkronen gesehen. Da muss mal der Gärtner was freischneiden ... 😁
Fast direkt neben der Wittekindsburg liegt dann die Margarethenkapelle oder auch Margarethenklus. Ich kenne ja - soweit ich mich erinnere - nur eine Margarete. Und der habe ich natürlich ein Foto von dieser kleinen Kirche geschickt.
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Die "Margarethenklus" oder "Margarethenkapelle" ... |
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... die sogar schon ein paar Jahre vor meiner Geburt erwähnt wurde |
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Klaus und Kirche ... eine traumhafte Mischung |
Danach kann man auf dem Kammweg weiter bis zur Gaststätte "Zum Wilden Schmied" gehen, die aber - das wusste ich diesmal vorher - Betriebsurlaub hat. Deshalb kam sie auch nicht als Zwischenziel auf dem Rückweg infrage.
Teilweise ist dieser Weg in Richtung Westen sehr urig. Man kann - fast neben einem alten Steinbruch - auf einem steinigen Weg entlang gehen oder auch einige Meter tiefer auf einem normalen Waldweg. Ich habe natürlich die steinige Variante gewählt ... wie immer 😁
Dann hat meine komoot-App mich aber irgendwann etwas verarscht und der Weg, der eigentlich da sein sollte, war nicht da. Stattdessen stand ich mitten im Gebüsch. Da ich aber vermutet habe, dass ja der offizielle Wanderweg aus der App irgendwann kommen muss, bin ich weiter ... durchs Gebüsch und noch mehr Gebüsch und durch Farn und weiteres Gebüsch und einen kleinen Anstieg hoch und wieder runter und dann, nach ca. 700 oder 800 Meter "Irrweg" konnte ich den Wanderweg endlich sehen ... hinter dem nächsten Gebüsch ...
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Klaus F. aus R. etwas ratlos mitten im Gebüsch |
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Da oben hätte ich sein müssen, war aber ... |
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... hier unten. Egal! |
Ich habe dann etwas improvisiert und bin vom eigentlich geplanten Weg abgewichen. Als alter "Winnetou-Leser" weiß man natürlich, dass der Held meiner Jugend immer und überall sein Ziel gefunden hat, selbst im Dunkeln und wenn er da nur vor zwanzig Jahren mal zum Pinkeln war ...
Etwa anderthalb Kilometer später war ich dann aber wieder auf meiner eigentlichen Route, nachdem die App mir ziemlich penetrant die ganze Zeit gesagt hatte, dass ich lieber umkehren soll (und dann nochmal durch dieses Gebüsch ... die können mich mal ... 😁).
Einen Teil des Rückweges habe ich dann auf der Straße absolviert. Aber dort scheint die Welt noch stillzustehen, denn ich glaube, ich habe nur ein einziges fahrendes Auto gesehen.
Für die verdiente Mittagspause hatte ich mir die Kotelett-Schmiede ausgesucht und dafür musste ich vom Waldrand noch ein paar hundert Meter ins Industriegebiet. Landschaftlich jetzt nicht soooo spannend, aber für ein ordentliches Essen und ein Bier kann man mal einen kleinen Umweg machen.
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Der "Lebensborn" war ausgetrocknet ... ist ja klar, wenn ich komme 😁 |
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Frikadelle mit Bratkartoffeln ... |
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... und ein Bier |
Der Abstecher hat sich gelohnt, denn das Essen war gut. Hinterher musste ich zwar dann wieder ungefähr 500 Meter durchs Industriegebiet und dann noch einen recht ordentlichen Anstieg hoch zu meinem Parkplatz, aber wie heißt das alte Sprichwort:
Krieg ich 'ne Frikadelle noch
dann geh ich auch die Welle hoch
Apropos Gedichte: Es gibt ja viele berühmte Dichter und Autoren, nach denen irgendwelche Wanderwege benannt sind. Falls ihr einen Wanderweg nach mir benennen wollt (nachdem das Denkmal im Blumenwall eingeweiht wurde ...), dann nehmt die Route "K & K" vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal zur Kotelett-Schmiede. Ich finde, das passt zu mir ... 😁
Fun-Fact am Rande: Am Sonntag, als ich vom Klippenturm zurückgekommen war, zeigte mir die App 260 Meter Anstieg und nur 230 Meter Abstieg an. Ich hätte also theoretisch ungefähr 30 Meter über unserem Haus schweben müssen. Heute war es umgekehrt, die 30 Meter haben sich also wieder angefunden ...
Fazit: War eine schöne Runde. Bei einer Wiederholung würde ich vermutlich auch beim Rückweg lieber die Route oben über den Kamm nehmen, denn die ist landschaftlich schöner als die Straße "Unterm Berg".
Tipp: Ich liebe es, nach einer langen Wanderung die Füße in eine Wanne mit kaltem Wasser zu stellen. Wer keine Wanne hat, kann sich natürlich auch ins Klo stellen und spülen. (Folgt mir für weitere Life-Hacks 😁)
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