Der Kanzler gibt wenige Minuten nach den ersten Wahlprognosen für Berlin und Mecklenburg-Vorpommern eine Erklärung ab. Wäre man fies, könnte man behaupten, er wollte es hinter sich bringen, bevor dann die echten Hochrechnungen und Ergebnisse kommen.
Das kann man jetzt noch als politischen Schachzug sehen, den andere vielleicht auch so ähnlich gemacht hätten, um ihre Macht zu erhalten. Das Problem ist nur: Selbst in solchen Situationen wirkt er ungefähr so wie ein Grundschullehrer, der einem Fliesenleger erklärt, wie man - theoretisch - ein Badezimmer gestaltet. Merz hat dabei die Ausstrahlung von Opas Schrankwand. Wenn er solche Sätze sagt wie "Wir haben verstanden!", dann klingt das eher wie die massive Drohung eines Mafia-Paten.
Oder anders und deutlich gesagt: Er kann es nicht!
Bei jeder - und zwar wirklich JEDER - Äußerung von ihm denkt man: "Lass es! ... Versuch nicht noch irgendwas zu erklären oder krampfhaft so zu tun, als würden dich die Menschen irgendwie interessieren, denn man merkt mit jedem einzelnen Satz, dass es nicht stimmt."
Er hört sich an wie ein Abteilungsleiter, der einem langjährigen Mitarbeiter beim Jubiläum statt Dank für die Tätigkeit noch die Termine der Krankschreibungen vorliest. In Gedichtform, bei der das Versmaß nicht stimmt.
Wenn wir noch die Hoffnung haben wollen, dass bei der nächsten Bundestagswahl eine demokratisch denkende und handelnde Regierung zustande kommt und nicht die Blaubraunen, dann muss Merz jetzt zurücktreten und den Weg für Wüst freimachen. Ansonsten wird es wahrscheinlich richtig schlimm.
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