Megamarsch bei Nacht in Berlin

Lassen wir mal die Geschichte raus, dass mein ICE auf der Hinfahrt 46 Minuten Verspätung hatte. Und lassen wir auch die Geschichte mit der nervenden schwäbischen Frauengruppe raus, die während der ganzen Fahrt von Hildesheim nach Berlin gequatscht und gekichert hat (Kleine Kostprobe: "Was ist denn ein Fanan-Sturm?" "Ingrid, das heißt Fan-Ansturm!" hahaha ... Brüller).

Da ich - wie immer - zeitlich Reserve hatte, war ich trotz der Verspätung rechtzeitig in Berlin. Auf dem Sportplatz, wo unser Start für den Megamarsch stattfinden sollte, gab es auch noch ein Rugbyspiel und den Start eines Halbmarathons und eines Ultramarathons. War also richtig was los.

Der Check-in beim Megamarsch funktionierte wie immer schnell und unkompliziert. Eigentlich war meine Startzeit erst um 18:30 Uhr, aber da der Startbereich nur mäßig gefüllt war, konnte ich dann auch schon um 18:20 Uhr los.

Auf den ersten 40 Metern hatten wir allerdings Gegenwind und damit war natürlich alle Hoffnung auf eine neue Bestzeit dahin ... 😁 

Nach den wirklich sehr schönen Nachtmärschen im Weserbergland und im Ruhrgebiet muss ich aber zugeben, dass die Strecke in Berlin mich nicht so richtig überzeugte. Zumindest die Kilometer zwischen 13 und 20 waren total nervig. Klar, so ein Event nimmt dann natürlich auch das Brandenburger Tor und die Museumsinsel mit. Aber wenn man sich da abends um 21 Uhr durch Massen von Touristen drängeln und zusätzlich noch an allen möglichen Ampeln warten muss (nein, an gewissen Straßen sollte man nicht bei rot einfach trotzdem rübergehen ... liebe Kinder, der Onkel Klaus macht natürlich nur Spaß: Man sollte NIE bei rot über die Straße gehen ...)

Wo waren wir gerade? Ach ja, also nervige Touristenmassen und Ampeln, die einem das Wandern ziemlich vermiesen. Ich fand diesen Abschnitt der Strecke echt nervig und ermüdend und hatte irgendwie keinen Bock mehr. Zugegeben: Ich fühlte mich auch schlapper als vor ein paar Wochen im Ruhrgebiet und das hat die Sache nicht besser gemacht.

Aber als alter Marathonkämpfer hört man dann ja nicht auf, sondern zieht es möglichst durch. Vielleicht lag es an der Cola und den Fruchtgummis beim Verpflegungsstand bei km 34, aber jedenfalls konnte ich kurz danach dann wieder schneller gehen. Und die Wege führten uns jetzt auch wieder durch Parks oder an Kanälen entlang, wo man nicht ständig an Ampeln anhalten musste (Liebe Kinder, der Onkel Klaus hat da manchmal ... aber das macht ihr auf keinen Fall nach!).

Und nach dem letzten Verpflegungsstand bei km 43 (wieder Cola) hatte ich dann einfach Bock, noch mal richtig Dampf zu machen, um wenigstens einen Schnitt von 6 km/h zu erreichen. Das ist zwar dann 0,1 km/h langsamer als bei meinem sensationellen Weltrekord im Ruhrgebiet, aber für einen alten Moppel ist das auch ziemlich gut. Und es machte Spaß, auf den letzten Kilometern noch einige andere Marschierer zu überholen. Besonders den Vogel, der laut Musik hören musste (ich verstehe es nicht, warum diese Flöten dann keine Kopfhörer benutzen und stattdessen andere Leute mit ihrem Geplärre nerven).

Trotzdem war ich dann froh, als das Ziel zu hören und kurz danach auch zu sehen war. Heute haben diese 50,9 km auf jeden Fall gereicht.

Klaus F. aus R. in B ... kurz vor dem Start.

Im Reichstag brennt noch Licht ... die arbeiten noch ... 😂

Ja, und das Brandenburger Tor ist immer wieder toll.

In vier Wochen laufe ich da hoffentlich noch mal durch, dann beim Marathon.

Der Dom ... man hat in den Menschenmassen leider die anderen Rucksackträger und Megamarschierer etwas aus den Augen verloren. Ich habe dann immer gehofft, dass diejenigen, hinter denen ich hergehe, dann auch mit beim Megamarsch dabei sind

Goldelse ungefähr nach 25 km.

Und auch, wenn Klaus F. aus R. seine Freude wieder nicht so richtig zeigen kann ... es war gut, im Ziel zu sein und so einen Scheiß nie wieder zu machen ... 😁(Bin bloß schon für zwei weitere Megamärsche im nächsten Jahr angemeldet und außerdem auch für einen kürzeren Marsch in Paderborn im Oktober und einen im Dezember im Harz)

 

Die Rückfahrt mit dem Zug verlief übrigens planmäßig. Ich hatte zwar erhebliche Mühe, wach zu bleiben, bis mein ICE von Spandau endlich um 6:45 Uhr fuhr, habe es aber geschafft, weil ich mich zwischendurch draußen an eine recht kühle Bushaltestelle gesetzt habe, um "frisch" zu bleiben.

Um 9:45 Uhr war ich in Rinteln, musste nur noch den Weg nach Hause schaffen und konnte mich dann ins Bett legen und ein bisschen Schlaf nachholen. Montag habe ich frei, das ist gut ...  

 


 

    

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