Krankschreibung ... zweiter Teil

Vielleicht ist das genau der Grund, warum die Leute nicht mehr die SPD wählen.

Erst stellt sich die Regierung (wir erinnern uns: Die besteht aus CDU/CSU und aus der SPD) hin und verkündet, dass zukünftig jeder Arbeitnehmer schon ab dem ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest braucht. Dann folgt ein Riesenaufschrei von den Ärzten und natürlich auch von der Opposition, dass das eine ziemlich dämliche und komplizierte Veränderung ist.

Und danach kommt SPD-Chef Lars Klingbeil um die Ecke und verkündet sinngemäß, dass die Regelung, jeder müsste ab Tag 1 ein Attest vorlegen und die telefonische Krankschreibung werde abgeschafft, ja nicht bedeuten dürfte, dass jetzt wirklich jeder ab dem ersten Tag ein Attest vorlegen und dementsprechend zum Arzt müsste ... Ja, was denn sonst?

Mittlerweile haben die Ärzteverbände klar darauf hingewiesen, dass es vielleicht nicht die cleverste Lösung ist, Menschen mit ansteckenden Krankheiten wie Grippe, Erkältung oder Magen-Darm-Infekten zu zwingen, sich in ein ärztliches Wartezimmer neben Krebspatienten und andere schwer kranke Menschen zu setzen oder ansonsten eben doch wieder krank zur Arbeit zu gehen und dort die Kollegen anzustecken.

Da hätte auch die Bundesregierung schon vorher drauf kommen können, weil sowohl die CDU/CSU als auch die SPD vor ein paar Jahren während einer gewissen Pandemie jeden Abend ihre "Experten" wie Lauterbach oder Spahn in die Talkshows im Fernsehen geschickt haben, um uns Dummerchen zu erzählen, dass man mit ansteckenden Krankheiten möglichst zu Hause bleibt und jeden Kontakt vermeidet.

Natürlich ist es - leider - so, dass manche Menschen das ausgenutzt haben und sich über die telefonische Krankschreibung dann ein paar Tage Freizeit gegönnt haben. Nach meiner Beobachtung sind das aber sehr wenige und eigentlich auch immer die Gleichen. Die meisten Menschen in Deutschland gehen mit Krankmeldungen sehr zurückhaltend um. Und Merz hat mit dieser geplanten Maßnahme nur mal wieder bewiesen, dass er uns allen nicht traut und uns für faule Verpisser hält und dass er auf Biegen und Brechen bei den Arbeitgeberverbänden toll dastehen will. 

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