Jens Spahn sitzt wieder alles aus

Ich will mir hier kein Urteil darüber erlauben, ob und unter welchen Umständen und Voraussetzungen eine sogenannte "Leihmutterschaft" in Ordnung ist oder nicht. Das Thema ist sicher zu komplex, als dass man es in einer schnellen Aussage in einem Blogbeitrag abhandeln könnte.

Was mich - und da bin ich ja scheinbar nicht alleine - aber wieder mal an Jens Spahn nervt, ist seine Dickfelligkeit, bei der für ihn scheinbar andere Regeln gelten als für alle andere Menschen.

Vergeigte Maskendeals als Gesundheitsminister ... egal

Milliarden von Steuergeldern versenkt ... egal

An ihm prallt alles ab. Und jetzt "kauft" er ein Kind über eine Leihmutterschaft aus den USA, weil das hier in Deutschland durch Initiative der CDU/CSU verboten ist. Wie gesagt: Zum Thema selbst will ich hier nichts schreiben, denn da spielen eine ganze Menge Themen mit rein, z.B. der Schutz von Frauen vor möglicher Ausbeutung durch (reiche) Menschen, psychische und körperliche Risiken während und nach der Schwangerschaft, möglicherweise auch negative Folgen für das Kind, ungeklärte Rechtsfragen etc. Und auf der anderen Seite gibt es dann eben auch den starken Kinderwunsch mancher Menschen, der anders nicht erfüllbar erscheint. Da möchte ich mich nicht moralisch über irgendwen erheben.

Traurig finde ich dann eben nur, dass Spahn und sein Lebensgefährte sich damit bewusst über inländisches und von seiner eigenen Partei festgelegtes Recht hinwegsetzen und er dann auch noch dreist verkündet, das sei ja schließlich seine Privatsache. Nee, ist es nicht, Jens! Jedenfalls dann nicht, wenn man Fraktionsvorsitzender der Partei ist, die das entsprechende Verbot hier in Deutschland durchgesetzt hat und - zumindest hat man den Eindruck - dieses Verbot auch weiter aufrechterhalten möchte.

Und den Gegenwind, der ihm dafür auch aus der eigenen Partei entgegenweht, sitzt er mal wieder aus, indem er die Debatte darüber auf den September verschieben will ... in der Hoffnung, dass es bis dahin dann keinen mehr interessiert.

Spahn ist ein Musterbeispiel für einen Politiker, dem die Macht und persönlicher Erfolg wichtiger sind als alles andere. Und vermutlich ist ihm leider auch scheißegal, dass durch sein Verhalten noch ein paar Leute mehr der Meinung sind, dass viele Politiker nicht mehr vertrauenswürdig erscheinen.

 

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