Fritze ...

 Immer, wenn Friedrich Merz sich darum bemüht, den strengen Landesvater zu geben, der seine "Untertanen" mal in die Spur bringen muss, dann geht das richtig in die Hose.

Mittlerweile redet eigentlich kaum jemand über die geplanten Veränderungen im Steuer- und Sozialversicherungsrecht, über Entlastungen für Familien, über eine höhere "Reichensteuer" oder die ganzen anderen Dinge, die von der Regierungskoalition auf den Weg gebracht wurden. Weil sich eigentlich nur noch fast jeder über die geplante Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag aufregt.

Und dabei hat Herr Merz bestimmt gehofft, dass er mit seinen markigen Worten von den zu hohen Krankenständen und dem Durchgreifen dann hinterher unheimlich cool als Macher da steht. Endlich zurück mit den faulen Krankmachern an die Arbeit. Von wegen mal eben krankmelden und sich dann 'nen Lenz machen ... Nee, nicht mit Onkel Merz, der wird euch was husten ...

Blöd nur, dass vermutlich jeder Arzt, der ein Smartphone hat, in den letzten Tagen ein Video gemacht hat, in dem er sich über diese schwachsinnige Regelung aufgeregt hat. Denn die Hausärzte haben ihre Praxen sowieso schon überfüllt und die wollen ganz bestimmt nicht noch mehr Leute im Wartezimmer sitzen haben. Schon gar nicht diejenigen, die wegen einer ansteckenden Krankheit einfach nur mal ein paar Tage zu Hause bleiben müssen.

Jetzt muss man fairerweise sagen, dass wohl die meisten Arbeitnehmer auch zukünftig nicht gleich am ersten Tag zwingend zum Arzt müssen, weil tarifrechtliche Regelungen oder Betriebsvereinbarungen weiter gelten, die dann nach wie vor das Attest ab dem vierten Tag vorsehen.

Aber der Kanzler wollte das halt nicht vernünftig erklären, sondern einfach erstmal einen markigen Spruch raushauen. Und bei der Gelegenheit hat er den Menschen, für die er Politik machen soll, gleich mal wieder erklärt, dass er ihnen nicht traut. Er glaubt nämlich scheinbar nicht, dass die meisten von ihnen sehr verantwortungsvoll und sparsam mit Krankmeldungen umgehen können. Weil sie ehrliche Menschen sind, weil sie ihre Kollegen, Kunden und Patienten nicht unnötig belasten wollen und weil sie letztlich natürlich auch gute Arbeit abliefern möchten. Das kann er sich scheinbar nicht vorstellen, weil er vermutlich ständig nur mit seinen Kumpels von irgendwelchen Arbeitgeberverbänden rumhängt, die bedauern, dass die Sklaverei mal abgeschafft wurde ...

Tja, und so versaut man dann als Kanzler wieder das nächste Projekt 

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