Die Wanderungen von Forrest Klaus - Teil 5

Forrest Klaus pfeift heute auf irgendwelche Diäten ...

 

Die große Jägerschnitzelrunde! Inklusive Hohenstein ... und Jägerschnitzel ...

Heute war Folgendes geplant: Ich latsche zum Bahnhof, fahre von dort mit dem Zug nach Hameln, wandere dann 26,4 km über Fischbeck, Höfingen, Bensen rauf zum Hohenstein und anschließend wieder runter bis zur Pappmühle und treffe dort meinen Bruder. Und dann hauen wir uns zur Belohnung jeweils ein ordentliches Jägerschnitzel rein.

Die ganze Sache fing schon ziemlich merkwürdig an, denn der Zug kam wieder pünktlich ... aber ansonsten war eigentlich alles normal. Im Zug konnte ich einer netten älteren Dame (also noch älter und netter als ich ...) zeigen, wo die Schaumburg ist. Denn sie erzählte, dass sie da "früher" oft vorbeigefahren ist. Angeblich soll es da ihrer Meinung nach ein Internat gegeben haben, aber davon wusste ich jedenfalls nichts, obwohl ich schon lange in dieser Gegend wohne. Und habe auch über die KI-Abfrage nichts in der Richtung rausgefunden, denn das nächste Internat dürfte wohl das Internat im Schloss Varenholz sein. Möglicherweise hat sie das also irgendwie verwechselt. Ich habe ihr erzählt, dass es bei der Schaumburg ein Hotel und Restaurant gibt, aber sie meinte dann: "Na ja, mit meinem Rollator komm' ich da sowieso nicht mehr hoch ..."

Dann ging's für mich in Hameln los mit der Wanderung. Zunächst anderthalb Kilometer etwas öde über die Kaiserstraße, bis man den Radweg an der Weser erreicht. Da wird es dann etwas angenehmer und landschaftlich - direkt neben der Weser - schöner. Ich bin übrigens zum ersten Mal über den früher gesperrten ehemaligen Truppenübungsplatz an der Weser gewandert. Geöffnet ist der Weg schon einige Jahre, aber meine anspruchsvolle Arbeit im nahe gelegenen Finanzamt ließ natürlich nie Zeit für einen Spaziergang ... 😁

Dann weiter an der Weser entlang bis Wehrbergen und anschließend etwas nördlich Richtung Fischbeck. Da habe ich noch kurz in der Stiftskirche und der dortigen Abtei vorbeigeschaut ... bin aber nach wie vor nicht katholisch geworden.

[Historischer Einschub: Da ich heute entdeckt habe, dass es oberhalb von Fischbeck sogar eine Staumauer gibt - wusste ich bisher nicht - habe ich auch herausgefunden, dass fast auf den Tag genau vor sechzig Jahren dort ein Unwetter mit sehr heftigen Auswirkungen war, siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Unwetter_vom_19._Juli_1966

 

Für diesen Teil der Strecke habe ich mich am Megamarsch Weserbergland orientiert, allerdings an einem Teil der 100-km-Strecke und nicht an der von mir absolvierten 50-km-Strecke. Die führt dann über Höfingen und Bensen durch schöne Wiesen und Feldwege. Teilweise in der prallen Sonne, aber ich hatte mein Tuch auf dem Kopf immer mit etwas Wasser gekühlt. Das war gut auszuhalten.

Hinter Bensen kam dann der Anstieg zum Bergkamm zwischen Hohenstein und Süntelturm und da ging's dann schon ganz heftig hoch, vor allem auch relativ lange. Aber ich hatte dafür ja nur etwa 17 km in den Beinen und kam da noch recht gut hoch. Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass die "100-km-Marschierer" nach etwa 65 km dort hochgehen, dann weiß ich nicht, ob ich dazu Bock hätte ... 😁

Oben auf dem Kammweg wurde es dann wieder einfacher. Irgendwo in der Nähe hörte ich merkwürdige Geräusche, die sich wie eine Mischung aus Wolfsgeheul und dem Gesang von Else Baluschek* anhörten (* siehe Lowpricelighter-Bücher). Keine Ahnung, was es wirklich war. Ich wollte weder den Wölfen noch Else begegnen ... 😁.

Aber kurz danach hatte ich wieder meine Ruhe im Wald und marschierte auf den Hohenstein zu. Den kenne ich natürlich schon von mehreren Wanderungen, freue mich aber immer wieder auf die tolle Aussicht. Und beim ersten "Aussichts-Felsen" war ich glücklicherweise auch allein und konnte das genießen. Bei der sog. "Teufelskanzel", dem zweiten und bekanntesten Aussichtspunkt (und leider auch immer wieder "Absprungsort" für verzweifelte Menschen) saßen aber schon vier Leute, die mir mit ihrem Dauergelaber auf die Nerven gingen. Deshalb war ich dort nach kurzer Zeit und einigen schnellen Fotos wieder verschwunden.

Anschließend folgte noch der Abstieg in Richtung Pappmühle. Man kann wählen, ob man einige Teilstücke über Treppen nach unten geht oder lieber den etwas weiteren Weg mit den Serpentinen nimmt. Ich bin den weiten Weg gegangen, weil die Treppenstufen irgendwie blöd zu gehen sind. Rolltreppe wäre halt da mal was ... aber den Gag habe ich auch schon letztes Jahr gemacht (Nein, selbst ich kann mir auch nicht andauernd nur ganz neue tolle Witze einfallen lassen ...).

Wie abgesprochen tauchte mein Bruder dann am verabredeten Treffpunkt auf und nahm mich die letzten 400 Meter bis zur Pappmühle mit. (Ich hätte sie noch geschafft, aber so war es auch schön ...)

Und da gab es dann ein wirklich gutes Jägerschnitzel!




Hamelner Traditionsladen "Sumpfblume"

Wanderweg an der Weser

Einer der zahlreichen Sammelpunkte für HOSiANNA RUNNERS in Deutschland ... 😂

Stiftskirche Fischbeck von außen

Stiftskirche Fischbeck von innen

Traumhafter Ausblick vom Hohenstein

Traumhafter Anblick ... ach, lassen wir das

Noch ein traumhafter Ausblick vom Hohenstein

... und noch einer ...

... und noch einer.

 

Und zum Abschluss das Jägerschnitzel mit Bruder Dirk. (Danke für's Abholen)

 

Fazit: Insgesamt eine gute Strecke, wenn man mal die ersten zwei Kilometer in Hameln weglässt. Teilweise wirklich tolle Wege über schöne Wiesen und Felder. Auch im Wald wunderschön, aber mit einem knackigen Anstieg hoch in Richtung Hohenstein. Und ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnt habe, aber das Jägerschnitzel war klasse ...  


 

 

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