ACHTUNG! FROMMER INHALT!
Sepp Herberger soll ja sinngemäß gesagt haben: "Der nächste Worshipsong ist immer der Schwerste!" Nee, Spaß, in Wirklichkeit ging es bei ihm natürlich um ein Fußballspiel - und er hat glücklicherweise nicht gesagt: "Ein Worshipsong dauert 90 Minuten ..." 😁.
Momentan arbeite ich seit etlichen Wochen an einem neuen Songtext. Oft nur kurz, aber manchmal auch stundenlang, um dann frustriert festzustellen, dass ich kaum oder gar nicht weitergekommen bin. Da ist die Versuchung groß, den Songtext einfach mal von der KI schreiben zu lassen. In einer Zeit, in der man viele Neuerscheinungen von Worship-Songs als "beliebig" wahrnimmt und - manchmal - schon nach wenigen Sekunden bei YouTube weiterklickt, weil's alles bekannt vorkommt, könnte man natürlich diese Abkürzung über die KI nehmen.
Arne Kopfermann, einer der bekanntesten Musiker im deutschsprachigen Worshipbereich, hat in seinem Podcast gesagt, dass neun von zehn Menschen den Unterschied zwischen einem KI-Song und einem von Menschen geschriebenen Lied nicht bemerken. Und da hat er vermutlich recht. Auch ich muss zugeben, dass ich mich manchmal frage, warum man als Songwriter noch viel Zeit und Energie in einen neuen Text steckt, wenn die KI das in wenigen Sekunden liefern würde. Genau wie der oben erwähnte Arne bin ich aber trotzdem dafür, selbst weiter eigenständige Songs zu schreiben.
Meine persönliche Antwort, auch wenn sie etwas fromm klingt: Anbeter zu sein, heißt für mich nicht nur, einen fertigen Song möglichst gut und rührend vorzutragen. Sondern Anbetung beginnt da, wo ich tage- oder wochenlang an einem Lied feile. Wo ich Liedzeilen, die fertig schienen, wieder verwerfe, weil sie mir zu beliebig sind oder zu sehr auf den zwangsläufigen Reim zusteuern. Diese Auseinandersetzung mit dem eigenen Text, dieses Fragen: "Bin ich das? Ist das authentisch?" ist für mich schon ein wichtiger Teil von Worship. Der "Kampf" um die richtige Formulierung, die treffende Zeile, die das Lied wirklich weiterbringt und nicht nur dafür sorgt, dass es sich irgendwie reimt, das macht viel Arbeit, aber auch den Unterschied. Ein Teil, den keiner mitkriegt, der aber für mich wesentlich in meiner Beziehung als Anbeter zu Gott ist. Die Entstehung eines Songs ist nicht die Vorbereitung von Worship, sondern sie ist bereits Anbetung.
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