Am Samstag war ich ja in Essen (wir berichteten). Auf dem Weg zum Stadion kamen mir auf der Straße (!) einige Fans von Rot-Weiß Essen entgegen. Einige hundert Meter weiter standen vielleicht hundert weitere von ihnen vor einer Kneipe und sangen irgendein Vereinslied. Im Stadion hatte vorher ein Freundschaftsspiel gegen Gladbach stattgefunden.
Essen spiel in der dritten Liga! Die Zeiten von Helmut Rahn (Torschütze im WM-Finale 1954) oder der Deutschen Meisterschaft der Essener 1955 sind lange vorbei. Die echten Fans kümmert das nicht. Sie gehen trotzdem hin.
Warum ich das schreibe? Weil momentan gerade die FIFA unter Gianni Infantino versucht, den Fußball zu verkaufen. Weltmeisterschaft und Club-WM sollen an Investoren verkauft werden, um noch mehr Geld aus dem ohnehin schon hochbezahlten Fußball rauszupressen. Die Folgen dürften klar sein: Höhere Ticket-Preise, höhere Fernsehgelder, weitere Möglichkeiten für Werbung wie die bereits jetzt eingeführten "Trinkpausen". Und natürlich: Einmischung von Geldgebern, Politikern und Funktionären.
Ich bin ja nicht naiv (oder jedenfalls meistens nicht) und weiß auch, dass das romantische Fußballbild mit lebenslangen Fußballfreundschaften und Bier und Bratwurst nicht ausreicht, um die Millionengehälter der Spitzenfußballer zu bezahlen. Aber was die FIFA da seit einigen Jahren veranstaltet, ist ungefähr so weit von Fußball entfernt wie Kanzler Merz von den Menschen in Deutschland.
Es wird Zeit, dass dem Treiben der FIFA etwas entgegengesetzt wird. Notfalls von der UEFA mit einem Boykott der FIFA-Wettbewerbe. Falls ihr noch jemand braucht, der unheimlich gut als "Verweigerer" geeignet ist und NICHT zur WM fährt, dann stehe ich gerne zur Verfügung.
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