Und plötzlich war es still ...

Gestern ist ein Mann mit seinem Auto in Leipzig in die Fußgängerzone gerast und hat mehrere Menschen getötet oder verletzt.

Kaum war diese Meldung im Liveticker veröffentlicht, überschlugen sich die Beiträge von strammen AfD-Anhängern, die natürlich sofort einen Täter mit Migrationshintergrund vermuteten und mit der üblichen Hetzerei begannen. 

Man hätte auch einfach mal traurig sein können für die Menschen, die getötet oder verletzt wurden. Und man hätte den Angehörigen sein Mitgefühl ausdrücken können. Und vor allem hätte man warten können, bis Einzelheiten über die Tat und den Täter bekannt sind. Aber das geht scheinbar heute nicht mehr.

Da muss dann gleich erstmal der ganze Frust raus. Fakten oder gar Mitleid zählen da nicht mehr, wenn man die eigenen rechtsradikalen Statements rausposaunen möchte.   

Einige Stunden später stellte sich dann heraus, dass der Täter Deutscher ist. Und schlagartig wurde es still ...

Keine Entschuldigung für den falschen Verdacht! Keine Reue für die falsche Hetze! Kein nachträgliches Mitleid für die Menschen, die zu Schaden gekommen sind! Und heute ist das Thema in den Medien eigentlich schon wieder durch ... So schnell kann's gehen, wenn der Täter nicht in die eigene Empörungsschublade passt.

 

 


  

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