Friedrich Merz wurde beim DGB-Kongress ausgebuht. Zunächst mal Respekt dafür, dass er da hingeht. Denn das war vorher klar, dass da keine neue Liebesbeziehung entstehen wird.
Blöd nur, dass er glaubt, er müsse seine Thesen einfach nur oft genug wiederholen und dann würden schon alle irgendwann merken, dass er der Cleverste von uns allen ist. Seine Formel: Die Menschen werden älter, also müssen wir kürzen ... bei der Rente, bei der Gesundheitsversorgung, beim Bürgergeld (oder Merz-Groschen oder wie immer das jetzt heißt). Weil schließlich kein Geld da ist ...
Doch, Herr Merz, Geld ist genug da. Oder wäre es zumindest. Wir verlieren laut Schätzungen meiner Gewerkschaft jedes Jahr 100 bis 200 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung, weil Personal in den Finanzbehörden, bei der Steuerfahndung und bei den Staatsanwaltschaften und Gerichten fehlt.
Wir verlieren etliche Milliarden dadurch, dass die CDU sich standhaft weigert, endlich eine faire Erbschaftsteuer einzuführen, die große Vermögen besteuert (Nein, wir reden hier nicht über den armen Mittelständler, dessen Erben die Firma verkaufen müssten. Sondern wir reden über Menschen, die Milliarden erben und mit allen möglichen Tricks darauf (fast) keine Erbschaftsteuer zahlen.)
Wir verschenken Geld, weil wir die abgeschaffte Vermögensteuer nicht in überarbeiteter Form wieder neu einführen. Und vor allem ist es aus meiner Sicht unerträglich, dass Kapitaleinkünfte immer noch mit einem Steuersatz von 25 % versteuert werden, während auf andere Einkünfte bis zu 42 bzw. 45 % gezahlt werden müssen.
Nein, Herr Merz, Geld wäre genug da. Reichlich! Man müsste sich halt nur mit Ihren Kumpels anlegen ...
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