Und manchmal führt der Weg auch in die Wüste ...

Achtung! Dieser Beitrag enthält fromme Inhalte!

Gestern und vorgestern habe ich spaßeshalber einige KI-Bilder veröffentlicht, auf denen ein "Lowpricelighter", der mir etwas ähnlich sieht, durch die Welt reist und dort mit völlig verschiedenen Menschen gemeinsam Musik macht. Und grundsätzlich schlägt ja auch jedes fromme Musikerherz höher, wenn man die Aussicht hat, mit anderen Menschen gemeinsam Gott anzubeten.

Aber was ist, wenn diese Freude gerade mal nicht da ist?

Symbolbild von Klaus F. aus R. auf einem Dromedar, das sich freiwillig und unter Einhaltung des für Reitkamele gültigen Mindestlohnes für diese KI-Aufnahme zur Verfügung gestellt hat. Dieses Bild ist also im Prinzip vegan!  

 Der eine oder andere wird da sofort reflexartig auf den Tisch springen und heldenhaft verkünden, dass es selbstverständlich egal ist, wie man sich fühlt und wie die Umstände sind ... denn als echter "Worshiper" lobt man gefälligst IMMER!

Habe ich auch schon gesagt ... habe ich vor längerer Zeit drüber gepredigt ... und habe ich sogar auch in meinem allerersten Buch behauptet ... Ihr befindet euch also in bester "Ordentlich auf den Putz hau"-Gesellschaft.

Und nur zur Sicherheit: Ich will das keinem ausreden und ich glaube immer noch, dass jedes Lob Gottes letztlich immer etwas Gutes ist und dass es uns auch selbst in komplizierten oder depressiven Momenten helfen kann.

Was mich aber mittlerweile dabei stört, das ist der Druck, der dabei aufgefahren wird. Und der hängt manchmal nicht nur mit dem zusammen, was wir in Predigten sagen. Sondern auch mit den Inhalten der Lieder, die wir singen. Denn viele moderne Worship-Songs spiegeln nicht nur mit überschwänglichen Worten die unfassbare Größe, Heiligkeit, Souveränität und Macht Gottes wider. In Bezug auf ihn ist das nicht problematisch, weil er in jeder Hinsicht auch den größtmöglichen Superlativen, Vergleichen und Bildern standhält.

Schwierig wird es aber dann, wenn wir diese hohen Ansprüche auch an uns selbst anlegen. Liedzeilen wie "Egal was du mir nimmst ...", "Mit jedem Atemzug ...", "Jeden Tag mehr von dir ..." singen sich zwar leidenschaftlich mit großen Gefühlen. Aber sie sind nicht immer unsere Realität. Zumindest nicht meine!

Denn manchmal will so gar keine Freude aufkommen, an einem neuen Song zu arbeiten. Und hin und wieder stellt man dann auch fest, dass ein schöner Text, den man sich ausgedacht hat, dem echten Leben mit seinen Höhen und Tiefen in diesem Moment nicht entspricht.

In den Psalmen sehen wir sehr eindrucksvoll, wie David und einige andere Liedschreiber auch diese "Wüstenzeiten" mit in ihre Lieder eingearbeitet haben. Diese Lieder handeln nämlich auch davon, dass man manchmal die Nähe Gottes gar nicht spürt, dass man seinen Plan nicht erkennt, dass man auf Fragen keine Antwort bekommt ...

Sie handeln aber auch immer von Hoffnung! Darauf, dass diese spürbare Nähe Gottes irgendwann wieder erlebbar ist und dass auch in der tiefsten und längsten Nacht ein erster Lichtschimmer zu sehen sein wird, der den neuen Tag ankündigt.

Und das ist genau das, was ich momentan in mein nächstes Lied einfangen will: Die eigene Schwäche, die sich aber an etwas ausrichtet, das viel größer ist!

 

 

 

(So, jetzt genug gefrömmelt ... 😁 als Nächstes überlege ich mir wieder einen Witz).      

 

   

 

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