Wenn alte Worship-(Beg)leiter auf jugendlich machen

Klaus wusste natürlich, dass es seine Berufung war, die jungen Menschen auf dem "Youth-Worship-Day" oder "Worship-Youth-Day" oder "Day-Youth-Worship" oder irgendwie so ähnlich, mit seinen Lebensweisheiten zu beglücken. Die waren ja immer so dankbar, wenn ein Mensch, der noch älter war als ihre nervigen Eltern, ihnen erzählte, was er früher selbst alles falsch gemacht hatte und dass sie ja wohl nicht so enden wollen wie er ...

Etwas verunsichert war Klaus, als er kurz nach Betreten der Bühne hörte, dass einer der Jugendlichen zu seinem Nachbarn sagte: "Jetzt kommen die Alten schon zum Sterben zum Worship-Day!". Aber er hatte sich davon nicht verunsichern lassen, sondern versuchte mit Sätzen wie "Seid ihr ready?" oder "Ihr seid echt stabil!" die jungen Menschen mit ihrer Sprache abzuholen.

Dabei hätte es vor kurzem noch fast einen Zwischenfall gegeben, als Klaus im Schwimmbad seine Arschbombe vom Dreier gemacht hatte und ihm daraufhin ein junger Mann anerkennend "Ey, stabil, Alter!" zugerufen hatte. Klaus hatte daraufhin gesagt: "Ich geb' dir gleich stabil, Freundchen. Guck dich mal an! So dünn bist du auch nicht. Da sind wir wohl beide ziemlich stabil!" Zum Glück hatte seine Frau ihn weggezogen und ihm hinterher erklärt, dass "stabil" nicht im Sinne von "stabil", sondern eher wie "stabil" gemeint war. Und da Klaus von der Arschbombe dann auch sowieso Rückenschmerzen hatte, war die Sache mit dem Schwimmbad ohnehin durch.

Egal, Klaus war jedenfalls heute  "total ready!" und "echt geflasht" von der "geilen audience" und dass alle so "voll commited" waren. Er kam nur noch einmal kurz aus dem Konzept, als er einen Song mit den Worten ankündigte: "Den Song habe ich vor drei Jahren released ..." und irgendwer vor der Bühne maulte: "Boah! Immer diese uralten Sachen!"

Eigentlich war es ein gutes Event! Nur das mit dem veganen Buffet, das hätte jetzt wirklich nicht sein müssen ...     

 

 

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