Bald Frühling?

Meine Frau und ich waren am letzten Sonntag im Wald spazieren und haben die Sonne genossen, auch wenn die Luft noch kalt war. Zeitgleich werden die ersten Deutschen schon mal sehnsüchtig um ihren Rasenmäher geschlichen sein, weil sie es kaum noch abwarten können, endlich wieder loszulegen. So ein "schöner", todgepflegter Rasen, bei dem auch die letzte Blume geköpft, das Moos weggefräst und alles, was nach Unkraut aussehen könnte, weggespritzt oder rausgerissen wurde.

Unsere frühere Vermieterin zum Beispiel ist auf Knien über den Rasen gerutscht und hat alles, was irgendwie blühen könnte, entfernt. Sie hat an sechs Tagen pro Woche im Garten malocht, um sich am Sonntag dann mal auf die Terrasse zu setzen und ihren sterilen Garten zu bewundern. Und eigentlich - zumindest glaube ich das - hat sie auch da nur nachgeschaut, an welcher Ecke am Montag mal wieder was gemacht werden müsste.

Ich habe solche Leute noch nie verstanden. Meine frühere Vermieterin sowieso nicht ... auch aus mehreren anderen Gründen ... Aber sollte ein eigener Garten nicht eigentlich ein Ort sein, an dem man sich entspannen kann? So ein kleines Stück Natur, mit Blumen, Schmetterlingen und Vögeln? (Und jetzt nicht "Hihi, er hat Vögeln geschrieben" ... Ihr wisst ganz genau, was ich meine! Reißt euch mal zusammen!😁).

Stattdessen "pflegen" wir alles tot, kratzen die letzten Grashalme zwischen den Fugen der Gehwege weg und rotten alles aus, was nach Leben aussieht. Und jedes Mal, wenn ich mich in Ruhe auf die Terrasse setzen will, dann nervt irgendein Dulli in der Nachbarschaft mit Rasenmäher. Laubsauger oder Kettensäge ... 

Wenn ich Bundeskanzler wäre, dann würde ich das alles nur noch montags von 17 Uhr bis 17:10 Uhr erlauben.

    

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