Günter Siekmann wollte schon immer seine eigene Gemeinde gründen. Vor einigen Monaten war es dann so weit. Günter hatte in einer prophetischen Vision den Namen Peter gesehen und war der festen Überzeugung, dass er in Todtenhausen eine neue Kirche bauen sollte, die aussieht wie der Petersdom in Rom. Andere Begründungen, dass es möglicherweise eine Rolle gespielt haben könne, dass er seine Vision auf dem Parkplatz des Tippi-Toppi-Marktes bekommen hatte, während er dabei direkt vor den großen Leuchtbuchstaben "Familie Peter" gestanden hatte, wischte er zur Seite.
Seine Finanzierung schien auch noch nicht so ganz durchdacht gewesen zu sein, denn in der Gemeindestunde der Freien Erweckungsgemeinde sagte er genau das, was oben auf dem Bild steht.
Daraufhin kam es zu tumultartigen Szenen, in deren Folge Günter seinen Austritt aus der Gemeinde erklärte und verkündete, dass er seine eigene Gemeinde im Norden von Todtenhausen gründen wolle. Er kam dann eine halbe Stunde später zurück und verkündete, der Herr habe ihm ein Stopp-Schild gezeigt. Oder genau genommen habe ihm ein Polizist das Schild gezeigt und dann 170 EUR kassiert, weil Günter den Polizisten die Vorfahrt genommen und außerdem beide Hände aus dem Schiebedach nach oben gestreckt hatte. Na ja, und jetzt bräuchte er halt jemand, der mit ihm zur Polizeiwache fährt und dort erklärt, dass Günter psychisch völlig gesund sei, weil er die Polizisten gefragt hatte, ob sie jeweils mit 14,8 Millionen bei seinem Kirchenprojekt einsteigen wollen.
Totenstille in der Gemeinde. Der Wind pfeift leise sein einsames Lied und irgendwo heult ein Kojote ...
Ich glaube, Pastor Hosea ist dann mit ihm hingefahren und hat dafür gesorgt, dass Günter nochmal wieder um eine Einlieferung herumgekommen ist.

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