Meine Frau hat heute dreimal Schnee geschoben und ich nur zweimal. Ich hoffe, gleich schneit es nochmal, sonst hängt mir das doch ewig nach ... 😂
Und zur Abwechslung wollte ich heute mal wieder nicht über Trump, sondern über Friedrich Merz herziehen. Der ist zwar glücklicherweise nicht dafür bekannt, dass er eine Privatarmee beschäftigt, die völlig ohne Not Menschen erschießt, aber so richtig der Knaller ist seine Kanzlerschaft bisher auch nicht.
Beispielsweise, weil er sich seit Wochen kaum einkriegen kann, dass wir Deutschen - seiner Meinung nach - faule Säcke sind und viel zu wenig und vor allem viel zu kurz arbeiten. Und zwar pro Woche, pro Jahr und pro Leben. Er und seine Parteikumpels kramen dann immer mal wieder eine Statistik raus, aus der hervorgeht, dass in irgendeinem Land irgendwer mehr arbeitet als wir faulen Säcke. Und bei anderen hat die Stunde wahrscheinlich auch nicht nur 60 Minuten, sondern mindestens 67 oder so ...
Nun weiß ja jeder, der ab und zu mit Statistiken zu tun hat, dass man sie wunderbar frisieren kann. Ich weiß das aus eigener Erfahrung, weil meine Tätigkeit auch statistisch bewertet wird und weil man dort mit verschiedenen Werten (Gesamtsteuer pro Jahr, Gesamtsteuer pro Prüfung, Zahl der geprüften Fälle und so weiter ... und so weiter ...) immer irgendwas raussuchen könnte, wo ein anderes Amt besser ist. Macht unser Chef zum Glück nicht - und wenn, würde ich es nicht erwähnen, weil er hier ab und zu mitliest - aber man könnte es.
Jeder, der sich damit ein bisschen auskennt, wüsste aber auch, dass die Zahlen für sich genommen nur bedingt aussagekräftig sind, weil es zum Beispiel einen Unterschied macht, ob das jeweilige Amt ein ländliches Amt mit kleineren Betrieben und längeren Anfahrtswegen ist oder ein Großstadtamt mit vielen Industriebetrieben. Bildlich ausgedrückt wird ein Prüfer im Industriegürtel von Hannover normalerweise höhere Prüfungsergebnisse bekommen als die Kollegin (Quote! Muss ja auch mal im Beispiel eine Frau vorkommen), die erstmal mit der Fähre nach Norderney fährt und da den Strandkorbverleih prüft ...
Mist! Mir fällt gerade auf, dass in dem Beispiel jetzt der Mann die hohen Ergebnisse holt und die Frau darf nach Norderney ... Egal! Dafür hat meine Frau heute mehr Schnee geschoben als ich, das gleicht es wieder aus ... 😁
Zurück zu "Fritze". Der hat sich das ziemlich einfach gemacht und einfach mal rausgehauen, dass wir Deutschen 200 Stunden im Jahr weniger arbeiten als die Schweizer. Das klingt erstmal ziemlich viel und bedeutet dann wohl, dass die Schweizer fleißiger sind als wir faule Säcke ...
Diese Statistik ist aber lediglich eine Gesamtübersicht über alle geleisteten Arbeitsstunden geteilt durch die Arbeitnehmer und sie besitzt damit ziemlich wenig Aussagekraft. Denn in diese Statistik sind z. B. auch alle Leute eingebaut, die Teilzeit machen. Und alle, die aus dem Ausland als Saisonarbeiter nur für kurze Zeit hier sind und so weiter und so weiter. Man müsste also, um überhaupt einen Vergleich zu ermöglichen, diese Statistik bereinigen. Und wenn man dann beispielsweise feststellen würde, dass bei uns ein wesentlich höherer Bedarf für landwirtschaftliche Saisonarbeiter besteht, dann würden die schon mal einen Teil dieser unterschiedlichen Arbeitszeiten erklären. Und dass wir viele polnische Bauarbeiter haben, die hier nur einen Teil des Jahres tätig sind, weiß ich aus eigener beruflicher Erfahrung.
Ich vermute also mal, dass die tatsächliche Differenz deutlich niedriger ist. Und wenn man dann noch die Kollegin reinrechnet, die erst nach Norderney fährt ... und meine Frau beim Schneeräumen, dann arbeiten wir vermutlich sogar mehr ... 😂
Wenn es nach mir geht, dann hätte unser Kanzler, der sicherlich unbestritten ganz viele Stunden arbeitet, eigentlich Wichtigeres zu tun, als sich über die faulen Säcke in seinem Land aufzuregen. Beispielsweise könnte er sich darum kümmern, dass in Deutschland endlich etwas mehr für neue, bezahlbare Wohnungen getan wird. Und dafür, dass wir uns militärisch, wirtschaftlich und auch in Bezug auf IT-Technologie unabhängiger von den USA machen. Und was den Schutz der kritischen Infrastruktur und den Naturschutz anbelangt, gibt es sicherlich auch noch Luft nach oben ...
Ach übrigens: Ich habe heute ein Lob bekommen für ein Projekt, dass ich in meiner FREIZEIT (Achtung, Herr Merz, das zählt auch noch in die Statistik!😂) für einen Kollegen gestaltet habe. Eine junge Kollegin hat dazu nämlich geschrieben, ich sei "einer der kreativsten und witzigsten Menschen", die sie kennt! Und das hat mich sehr gefreut ... auch wenn ich mich natürlich frage, wieso sie nicht noch "einer der klügsten und hübschesten Menschen ..." erwähnt hat ... aber wahrscheinlich wollte sie nur zurückhaltend sein, damit ich mich nicht nur auf mein hübsches Gesicht reduziert fühle 😁
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