In diesem Fall geht es mal nicht um die Programme, die auf unseren Notebooks nicht funktionieren. Nein, da haben wir in den letzten Tagen sogar einige positive Erlebnisse gehabt. Zum Beispiel, als ein Kollege, dem bei den letzten beiden Updates ein wichtiges Programm abgeraucht war, heute nach dem aktuellen Update fast mit Tränen in den Augen sagte: "Ich kann arbeiten!" 😁
Diesmal geht es ums Bundesamt für Steuern in Bonn. Aber zunächst ein kleiner Steuerrechtsexkurs zum Thema:
Bei der Berechnung der Lohnsteuer wird die sog. Vorsorgepauschale berücksichtigt. Vereinfacht ausgedrückt heißt das, dass die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung den Lohnsteuerabzug mindern. Man zahlt also für den Betrag, der dann an die Rentenversicherung abgeführt wird, keine Steuern (das ist steuerrechtlich nicht ganz präzise ausgedrückt, aber erstens will ich es nicht zu kompliziert machen und zweitens habe ich es selbst nicht verstanden ... 😁).
Ab 2026 wird diese Vorsorgepauschale für Leute mit privater Krankenversicherung, also beispielsweise auch Beamte, oder wie es neuerdings heißt "Menschen mit Sitzhintergrund", dann durch die tatsächlich gezahlten Beiträge ersetzt, die beim Lohnsteuerabzug steuermindernd angesetzt werden. Und da das jetzt sehr theoretisch klingt, nehmen wir mal ein Beispiel aus der Praxis:
Der Finanzbeamte Klaus F. aus R. zahlt monatlich einen Haufen Geld für seine Krankenversicherung, nämlich ungefähr 610 EUR. Von diesem Geld kann er ungefähr 380 EUR als Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzen. Bisher wurden monatlich aber zunächst nur 250 EUR angesetzt und den Rest konnte er dann erst bei der Einkommenveranlagung geltend machen und bekam da eine tierisch hohe Erstattung, bei der jedes Mal die Sektkorken geknallt hätten, wenn Klaus F. aus R. und seine Frau Sekt trinken würden ...
Ab 2026 sollen dann aber statt der 250 EUR die vollen 380 EUR, die von der privaten Krankenversicherung automatisch an die Finanzbehörde gemeldet werden, monatlich angesetzt werden und dann bekommt Klaus F. aus R. also jeden Monat etwas mehr Geld ausgezahlt. Dafür kriegt er aber dann bei der Einkommensteuerveranlagung eine geringere Erstattung. Deshalb könnte sich die Familie F. dann also jeden Monat Sekt kaufen, wenn das Gehalt kommt, aber beim Steuerbescheid dann nicht mehr. Aber, wie gesagt, die mögen sowieso keinen Sekt und wahrscheinlich verprassen sie deshalb die Kohle einfach für ihren luxuriösen Lebensstil ...
So, und jetzt kommen wir wieder zum Bundeszentralamt für Steuern. Die Kollegen da sind nämlich zuständig für die Übermittlung der Beträge dieser Krankenversicherungsbeiträge, die ihnen von der privaten Krankenversicherung fristgerecht gemeldet wurden, an die Gehaltsabrechnungsstelle, von der Klaus F. und alle anderen ihr üppiges Gehalt bekommen. Und die haben jetzt aber bekanntgegeben, dass sie das nicht hinbekommen haben und dass deshalb bei der Auszahlung des Januargehalts also mehr Lohnsteuer abgezogen wird als eigentlich richtig wäre.
Das wäre jetzt noch verkraftbar, denn - wie gesagt - wir leben ja ohnehin im Luxus und dann kauft man sich mal einen Monat eben keinen neuen Porsche. Was mich aber unruhig macht, ist die Formulierung "... arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung".
Denn diesen Satz kennen wir von unseren IT-Problemen auch schon und der bedeutet meist: Fragt nicht nach, sondern lasst uns in Ruhe und irgendwann ... vielleicht ... kriegen wir das bestimmt mal hin. Und wenn nicht, dann bekommt ihr im Sommer Leitungswasser und einen Döner-Gutschein als Überbrückung ... 😁
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