Pokalspiel in Dortmund

Das war mal wieder Zeit, dass wir einen Fischer-Männerausflug nach Dortmund machen. Für Bundesligaspiele kriegt man (meist) keine Tickets mehr im freien Verkauf und deshalb hatten wir beim Pokalspiel gegen Union Berlin zugeschlagen.

Schon bei der Aufstellung der Dortmunder konnte man feststellen, dass die - im Gegensatz zu uns - nicht in Bestbesetzung aufgelaufen waren (meine Frau und meine Tochter zählen natürlich auch zur Bestbesetzung, aber die interessieren sich nicht für Fußball). Jedenfalls fehlten mit Bürki, Akanji, Witsel, Reus, Alcacer und Sancho wichtige Spieler.
Dortmund war trotzdem überlegen, ließ aber immer wieder klare Chancen der Berliner zu. Wir mussten uns deshalb auf der Tribüne also manchmal etwas aufregen und den Spielern wichtige Hinweise zurufen, in denen auch Worte vorkamen, die man nicht im Kindergottesdienst lernt.
Das Spiel ging nach einem 2:2 in der regulären Spielzeit in die Verlängerung. Kurz vor Ende der Verlängerung gab es einen Elfmeter, den Reus trotz massiver Störung der Berliner (Torwart geht nicht ins Tor, schießt den Ball weg, Feldspieler steht im Strafraum usw.) sicher verwandelte.
Wir hatten unseren Spaß. Dazu trug dann auch unser Sitznachbar bei, der geschätzt mindestens 85 Jahre alt war. Er erzählte, dass er seit 30 Jahren eine Dauerkarte hat, fragte dann aber immer wieder nach, was auf dem Spielfeld gerade passiert. Außerdem fragte er andauernd, wie spät es ist und ob er seinen Zug nach Unna um 20:44 Uhr noch kriegt. Als ich dann sagte, dass ich das auch nicht weiß, weil wir nicht aus Dortmund kommen, fragte er:
"Woher kommen Sie denn?"
"Aus der Nähe von Hannover."
"Und dazu sind Sie extra hier her gefahren?"
"Ja, weil meine beiden Söhne Dortmund-Fans sind."
(er, an meinen Sohn gerichtet:) "Ihr Vater muss ein guter Mensch sein!" (daran merkt man, dass er trotz seines Alters noch sehr rüstig ist und den Durchblick hat)
(mein Sohn:) "Na ja, mein Vater ist Bayern-Fan!"
(Der alte Mann, wie aus der Pistole geschossen:) "Selber schuld!"

Er erzählte uns dann noch, dass seine Frau Barbara manchmal seine Witze nicht mag und mit ihm schimpft. Das kam mir bekannt vor, obwohl meine Frau glücklicherweise nicht Barbara heißt. Ich hoffe jedenfalls, dass er seinen letzten Zug nach Unna (der um 23:44 Uhr fährt) noch bekommen hat.







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