Sonntag, 1. Juli 2018

Ja, bin ich etwa kein Experte?

In der Welt am Sonntag steht heute, dass Jogi Löw von allen Rückendeckung bekommt. Der DFB hat sich einstimmig für ihn entschieden, die Spieler sowieso und auch alle Experten ... Moment! ... Alle Experten? ... Nein, ich bin nämlich - zumindest nach eigener Einschätzung - auch ein Experte und ich habe schon vor ein paar Tagen geschrieben, dass es meiner Meinung nach einen Wechsel geben muss.
Was mich wirklich wundert, ist dieser vorauseilende Gehorsam aller Leute beim DFB, die dem Jogi den roten Teppich ausrollen und eigentlich nur auf sein "Ja" warten.
Denn das Mindeste, was man aus meiner Sicht erwarten könnte, wäre gewesen, dass man sich VORHER mal angehört hätte, wie denn der Jogi jetzt etwas anders machen will. Man hätte ihn fragen müssen, wie er den "Umbruch" hinkriegen will. Wie er taktisch spielen will. Mit welchen Spielern er plant und mit welchen nicht. Welche personellen Änderungen er im Trainerstab anstrebt. Wie er die zukünftige Ausrichtung der Nationalmannschaft hinsichtlich Werbung und Fan-Nähe sieht. Und so weiter ...
Das hätte man mindestens machen müssen, bevor man einfach so sagt: Wir hoffen, dass er weitermacht. Denn so hat man ihm quasi einen Blankoscheck ausgeschrieben, der noch über die völlig unnötige und blödsinnige vorzeitige Verlängerung des Vertrages bis 2022 durch DFB-Präsident Grindel hinausgeht.
Ich werde den Eindruck nicht los, dass beim DFB einfach keiner einen Plan hat, wie man anders (also ohne Jogi) weiter machen könnte. Und deshalb lehnen sich lieber alle zurück und denken: "Wird schon alles irgendwie wieder!" Das könnte sich als schlimmer Fehler erweisen.
Soll hinterher nur keiner sagen, ich hätte nicht schon vorher davor gewarnt.

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