Mittwoch, 4. Oktober 2017

Mister President

Manchmal werde ich das Gefühl nicht los, dass er irgendwann in schallendes Gelächter ausbricht und anschließend irgendwas sagt wie: "Meine Güte, ich hab euch verarscht! Und ihr habt den ganzen Quatsch ernst genommen ..."
Die Rede ist natürlich von Donald Trump. Denn die Zahl seiner kuriosen Szenen ist einfach zu groß, als dass man sie nur auf die Unerfahrenheit eines politischen Anfängers schieben kann. Das muss irgendwie Comedy sein. Wenn beispielsweise in Puerto Rico einerseits tröstende und Mut machende Worte und andererseits natürlich auch konkrete Hilfe des Präsidenten angesagt sind, dann legt er sich mit den Politikern vor Ort an, beschimpft sie und erklärt den amerikanischen Bürgern auf Puerto RIco noch sinngemäß, dass sie sich gefälligst nicht so anstellen sollen, weil es andere ja noch schlimmer erwischt hat (Damals, bei Hurricane Caterina, als Trump noch nicht Präsident war, sonst hätte er netürlich dafür gesorgt, dass der Sturm nicht so schlimm wird). Und seine Nachrichten twittert er dann auch noch andauernd aus dem Golf-Hotel, während die Helfer im Katastrophengebiet im Schlamm stehen.
Oder wenn sein Außenminister sich um eine diplomatische Lösung mit Nord-Korea müht (was angesichts eines drohenden atomaren Konflikts sicher keine soooo schlechte Sache ist), dann pfeift er ihn - ebenfalls über Twitter, als wenn die beiden kein Handy hätten - zurück und verfällt in alte Sandkastenduelle nach dem Motto "Ich habe den Längsten und Kim Jong Irgendwas ist sowieso blöd."
Wenn ein Terrorist in Las Vegas 59 Menschen erschießt und 500 weitere verletzt (der wird übrigens nur deshalb nicht Terrorist genannt, weil er nach derzeitigem Kenntnisstand ein weißer Amerikaner ohne Migrationshintergrund und ohne religiöses Motiv war), dann schweigt er und überlässt die Lösungsvorschläge den anderen. Weil Lösungsvorschläge bedeuten würden, dass man sich mit der Waffenlobby anlegen müsste. Und das will Trump offensichtlich vermeiden. Weil den Leuten, die auch jetzt noch politisch hinter ihm stehen, eigentlich so ziemlich alles egal ist, was er macht, so lange er ihnen ihre "Wummen" lässt.
Fairerweise muss man aber sagen, dass die Amis da keine größere Macke haben als wir. Denn was für die ihre Waffen sind, das ist für uns Deutsche das Auto. Mit dem Deutschen kannst du so ziemlich alles machen, aber wehe du gehst ihm ans Auto. Fahrverbote? Geschwindigkeitsregelungen auf der Autobahn? Dafür wirst du als Politiker gegrillt. Und wenn du dann noch vorschlagen würdest, zum Beispiel diese Verbrauchsschleudern namens SUVs zumindest im Stadtverkehr zu verbieten, dann kannst du komplett einpacken. Also: Wir sind auch nicht besser. Wir schießen uns zwar nicht ins Knie, aber wir fahren dafür mit dem Stoßfänger des Allrad-Ungetüms dagegen.
Trotzdem, lustig ist er irgendwie schon, der Donald ... 

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